Wirtschaftsarchiv Vorarlberg




30 JAHRE WIRTSCHAFTSARCHIV VORARLBERG



1983, vor drei Jahrzehnten, wurde das heutige Wirtschaftsarchiv Vorarlberg gegründet. Das Ländle erlebte eine turbulente Zeit. Schlagzeilen über die Schließung großer Textilunternehmen standen an der Tagesordnung. Heute erinnern daran viele Gewerbeparks, die auf ehemaligen Fabrikgeländen entstanden sind. Der Strukturwandel machte deutlich, wie schnelllebig unsere Wirtschaftsgeschichte ist. Um das vergangene Wissen zu bewahren, fassten Interessensvertreter, Historiker und Unternehmer einen Entschluss: Die Gründung einer Einrichtung zur Dokumentation und Vermittlung der Vorarlberger Wirtschaftsgeschichte.

Das mittlerweile 30-jährige Bestehen des Wirtschaftsarchivs Vorarlberg zeugt von der Weitsichtigkeit der damaligen Akteure. Die Einrichtung hat sich längst als Sammelstelle für wirtschaftsgeschichtlich bedeutende Quellen

etabliert und ist Anlaufpunkt für Wissenschafter, Auszubildende und Interessierte aus dem In- und Ausland. Heute sammelt und bewahrt das Archiv Quellen aus allen Branchen, weit über die Textilindustrie hinaus. Darunter befinden sich historische Dokumente, Textilien, Gebäudepläne, Patentschriften und Fotos. Auf ungebrochenes Interesse stößt auch die bedeutendste werbegrafische Sammlung des Landes mit zahlreichen Plakaten aus Industrie und Fremdenverkehr. Zu den jüngsten Neuzugängen zählt der Nachlass des ehemaligen Skiherstellers Kästle, welcher seinerzeit im Spitzen- und Breitensport Weltruhm erreichte. Darüber hinaus führt das Wirtschaftsarchiv Vorarlberg Interviews mit Zeitzeugen durch, um deren Wissen und Erinnerungen für die Nachwelt zu dokumentieren.

Mit öffentlichkeitswirksamen Projekten wird die heimische Wirtschaftsgeschichte einer breiten Bevölkerung vermittelt. Regelmäßige Ausstellungen sind in Einkaufspassagen, Schulen und anderen frequentierten Orten in ganz Vorarlberg zu sehen. Derzeit in Vorbereitung ist ein Führer zu den industriegeschichtlichen Bauwerken im Land. Das Buch erscheint im Frühjahr 2014 im Buchhandel. Begleitend dazu wird ein spannendes Veranstaltungsprogramm mit Besichtigungen und Führungen an industriegeschichtlichen Stätten angeboten.