Wirtschaftsarchiv Vorarlberg

Vom Schaffen und Buckeln...

...erzählt die Ausstellung des Wirtschaftsarchivs Vorarlberg „Arbeit im Wandel der Zeit“. Vom 3. bis 22. Februar 2011 ist die Wanderausstellung in der Vorarlberger Landesbibliothek in Bregenz zu sehen. Anlässlich der Eröffnung referiert die Historikerin MMag. Ingrid Tschugg über Frauenarbeit im Mittelalter.

Anhand historischer Fotografien werden Arbeitswelten gezeigt, wie sie heute kaum mehr vorstellbar sind. Etwa bei der Errichtung unterirdischer Kanalanlagen in Feldkirch, in der damals maschinenlosen Landwirtschaft, aber auch in den heimischen Fabriken und Betrieben. Zu sehen sind auch mehrere Originalobjekte, darunter eine der ersten Stechuhren, die in Vorarlberg zum Einsatz kam.

Die Ausstellung “Arbeit im Wandel der Zeit“ macht männliche und weibliche Arbeitswelten in ihrer Kontinuität und Wandlung sichtbar und erzählt Geschichten von “ganz unten” bis “ganz oben”. Sie bietet einen Querschnitt durch Industrie, Bauwirtschaft, Landwirtschaft, Gastgewerbe, Verkehr, Bildung, öffentliche Verwaltung etc. Der Bogen spannt sich vom Mittelalter bis zur Gegenwart, wobei sich der gekrümmte Rücken wie ein roter Faden durch die alten Grafiken, Gemälde und zeitgenössischen Fotos der postmodern konzipierten Ausstellung zieht. Es werden einerseits problematische Situationen aufgezeigt, anderseits aber auch vorbildliche Arbeitsverhältnisse am heutigen Wirtschaftsstandort Vorarlberg hervorgehoben.

Die kulturhistorische Schau des Wirtschaftsarchivs Vorarlberg wurde von Dr. Thomas E. Wanger kuratiert. Sie ist in den nächsten Monaten an zahlreichen Orten in Vorarlberg und Liechtenstein zu sehen. Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog mit wissenschaftlichen Beiträgen über Frauenarbeit in früherer Zeit, das „Buckeln“ aus medizinhistorischer Sicht, die Arbeit der Unmündigen sowie die Anfänge zeitgemäßer Organisations- und Führungsstrukturen. Die Publikation ist vor Ort sowie über das Wirtschaftsarchiv Vorarlberg erhältlich.

„Komm her, rühr den Mörtel hier in der Ecke an und mauere tüchtig,...“ - Das Buch von der Stadt der Frauen von Christine de Pizan. Vortrag der Historikerin MMag. Ingrid Tschugg anlässlich des Ausstellungsbeginns am Freitag, 3. Februar, 19:30 Uhr im Kuppelsaal der Vorarlberger Landesbibliothek in Bregenz, Fluher Str. 4. Eintritt frei.





Baumgartnersche Tapetenfabrik 1846, Schützenscheibe Nr. 140, Schützenscheiben-museum Feldkirch. Aus der Scheibe wurde ein Stück herausgeschnitten, weil diese, zusammen mit anderen Schützenscheiben, an der Balkendecke des Festsaales des Schützenhauses angebracht wurde. Zu sehen ist der Innenraum der Fabrik mit der Presse, die sich im „Rößle – Wirtshausgebäude“ in Feldkirch befand. Ein Arbeiter präsentiert auf einer Stange einen fertigen Tapetenstreifen. © Wirtschaftsarchiv Vorarlberg, Foto: Erhard Sprenger, Foto Hebenstreit, Feldkirch.





Stationen der Ausstellung:

Vorarlberger Landesbibliothek in Bregenz: 3. bis 22. Februar 2012
Liechtensteinisches Landesmuseum in Vaduz: 29. Februar bis 25. März 2012